bunteFLINTA*
Feministisches Lexikon
Rape Culture
Der Begriff „Rape Culture“ – englisch für „Vergewaltigungs-Kultur“ bezeichnet eine Gesellschaft, die sexuelle Übergriffe ermöglicht, statt sie zu verhindern und die Täter*innen solcher Übergriffe direkt oder indirekt schützt.
Dies geschieht auf vielfältige Weise, hauptsächlich wird dabei in Frage gestellt, dass der*die Täter*in und nicht das Opfer für das Geschehene verantwortlich ist. So wird z.B. häufig gefragt, wie das Opfer denn gekleidet gewesen sei. Die Perspektive des Opfers wird ignoriert und die Vorfälle werden bagatellisiert. Außerdem werden Vorfälle, bei denen Täter einen Migrationshintergrund haben, oft von der Gesellschaft anders wahrgenommen und beurteilt, nach dem Motto: „Die Täter*innen sind immer die Anderen“. Dies ignoriert, dass viele Täter*innen „ganz gewöhnliche Männer“ aus der Mitte der Gesellschaft sind. Dadurch, dass viele Menschen ihren Freunden, Nachbarn, Kollegen und Vorgesetzten nicht zutrauen, Frauen zu belästigen geschweige denn zu vergewaltigen, steht das Opfer oft alleine da. Rape Culture umfasst aber nicht nur Täter-Opfer-Umkehr, rassistische Vorurteile und fehlende Solidarität mit Opfern sexueller Gewalt, sondern auch andere Aspekte wie z.B. sexistische Bemerkungen und Witze.
(siehe auch → „Täter-Opfer-Umkehr“)