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Feministisches Lexikon
Femizid
Femizid (auch „Feminizid“ genannt) bedeutet, dass Frauen oder Mädchen wegen ihres Geschlechts getötet werden. Es ist eine extreme Form von Gewalt, die mit der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen zusammenhängt.
Der Begriff, welcher von Feministinnen geprägt wurde, erlang in den 1990er Jahren vor allem in den USA an Bekanntheit. Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Soziologie, Epidemiologie und öffentliche Gesundheitspflege analysieren Femizide. Sie möchten herausfinden, warum sie passieren und wer die Täter sind.
Hintergründe, Täterprofile sowie Risiko- und Schutzfaktoren sollen verstanden werden. Jeder Bereich hat dabei eigene Definitionen entwickelt. Im deutschen Recht wird Femizid nicht als eigener Straftatbestand behandelt, sondern als Mord oder Totschlag.
Es gibt diese Arten von Femiziden: Tötung durch einen Intimpartner, Mord im Namen der „Ehre“, mitgiftbezogenen Femizid und nicht-intimen Femizid. Weltweit werden mehr Männer als Frauen ermordet.
Bei Tötungsdelikten durch einen Intimpartner oder die Familie sind aber fast zwei Drittel der Opfer Frauen. 2017 waren etwa 1,3 von 100.000 Frauen weltweit von solch einem intimen oder familiären Femizid betroffen.